Immortal Memory 2015

The Dual Birthday No.: 0001 0000 0000 [=(FF + 01)HEX]

Pascal Bockhorn – Burns Supper 2015

Meine lieben Freunde! Wir wollen nun kurz darüber nachsinnen, warum wir heute hier sind. Auch wenn der Duft im Raum und unsere wohlgefüllten Mägen uns unserer physischen Existenz hier schon genug Grund signalisiert haben, die schönen Flaschen auf Euren Tischen, deren Inhalte in Euren Gläsern, ihr Übriges dazu beigetragen haben müssten, dürfen wir natürlich nicht vergessen, dass wir uns gerade auf ein besonderes Ereignis zubewegen, den Geburtstag Robert Burns, in den wir hier heute hinein feiern. Ich hoffe doch, wir halten solange aus. Das heißt auch das Geistige kommt diesen Abend nicht zu kurz. Robert Burns war ein Mensch wie wir auch, er mochte die Geselligkeit und den Genuss, aber er hinterließ uns dabei auch noch tolle Werke an denen wir uns – nicht nur zu seinem Geburtstag – immer wieder gern erfreuen.

Bitte erhebt Euer Glas und stoßt mit mir an auf die Geselligkeit und die Freundschaft!

Dieses Jahr haben wir eine übrigens eine besonders runde Zahl zu feiern, es handelt sich um den zweihundertsechsundfünfzigsten Geburtstag Robert Burns.

Wie ich bemerke, haben doch einige in unserer ehrenwerten Zusammenkunft das Runde im Unrunden noch nicht erkannt. Robert Burns studierte unter anderem auch Mathematik und wenn es schon Computer gegeben hätte, wäre dies für ihn bestimmt verständlich gewesen. Da ich Informatiker bin und gelernt habe (vor allem musste) Zahlen auch binär betrachten zu können, wurde mir die Erläuterung dieses wichtigen Ereignisses anvertraut. Man könnte nämlich sagen, Robert Burns hat sein erstes Byte voll. Ein Byte besteht aus 8 Bit – nicht dem Bier, hier bevorzugen wir doch lieber Newcastle, und die Kiste ist nun voll gefüllt mit Einsen. Dies ist insbesondere bedeutungsvoll, da wir die Auffüllung seines zweiten Bytes leider nicht mehr mit feiern werden können. Wer sich dies trotzdem für seine Ur…Ur…großenkel im Kalender für diese vormerken möchte, dies wird erst im Jahre 67295 sein – nach unserer derzeitigen Zeitrechnung.

Deswegen möchte ich Euch bitten Euer Glas zu heben und auf Mathematik und Zahlen anzustoßen, ohne die es heute keinen Grund geben würde hier zu sein.

Um auch ein bisschen den geschichtlichen Rahmen des Themas des heutigen Abends „To a mouse“ mit zu beleuchten, machen wir nun einen Ausflug ins Jahr 1785 – dem Geburtsjahr von „To a mouse“. Wichtig ist festzuhalten das Gedicht „To a mouse“ nicht mit dem Gedicht „To a louse“ zu verwechseln, welches Robert Burns ja erst ein Jahr später schrieb. Obwohl Mäuse und Läuse sind ja gleichermaßen ungebetene Mitbewohner. Während sich die einen nur an dem Rohstoff des Whiskys – der Gerste – zu schaffen machen, kann einem bei den anderen das Pech erlangen, diese bei Genuss des Whiskys im selbigen schwimmen zu sehen. Angefüttert durch einen regelmäßig hohen Whisky Promillegehalt des Blutes, mögen diese in die Versuchung kommen mit einem zielsicheren Sprung direkt in einen reinen Quell Robert Burns literarischer Fähigkeiten zu kommen.
Wieso einen? Die anderen betrachten wir gleich.

Vorher möchte ich mit Euch das Glas erheben und auf den Quell von so vielem Schönem anstoßen, dem Whisky.

Wir bemerken es waren harte Zeiten, Probleme die wir heute nicht mehr so oft kennen. Auch die Verhütung war damals noch ein unerforschtes Thema und so kam es, dass im Jahre 1785 nicht nur „To a mouse“ das Licht der Welt erblickte sondern auch eine zweite Maus, Roberts Burns’ erstes Kind – seine Tochter Elizabeth Paton. Geplant war dies sicherlich nicht so gewesen, da Robert Burns die Heirat der Mutter strikt ablehnte. Mag es daran liegen, dass eine Magd seinem Stande nicht genügte, da er ja gerade seinen Aufstieg in Edinburgh erlebte oder wahrsscheinlich doch eher daran, dass er lieber jemand anderes heiraten wollte – Jean Armour. Er fertigte sogar ein Schriftstück an, in dem er vorgab bereits mit Jean verheiratet zu sein. Mit dieser blieb ihm das Eheglück allerdings erstmal durch Jeans Vater James verwehrt. Das hinderte Robert Burns freilich nicht daran über die Jahre insgesamt 9 Kinder mit ihr zu zeugen, schon im nächsten Jahr Zwillinge. Leider überlebten nur 3 der 9 das Kindesalter. Wer mehr über den Zusammenhang des Ereignisses mit Elizabeths Mutter (und bestimmt auch einigen anderen Frauen) erfahren möchte, dem sei das Gedicht „The Fornicator“ ans Herz gelegt. Aus Gründen der Sittlichkeit und früher Stund‘ verzichte ich hier auf die Wiedergabe von Versen oder gar einer Übersetzung des Titels.

Hier haben wir dann nun auch vermutlich den anderen Quell der literarischen Inspiration Robert Burns’ vor uns – die Frauen – und hier insbesondere die seiner selbstgewählten – Jean.

Ich finde, hier ist es mal wieder Zeit sein Glas zu erheben auf die… wo waren wir? Ach die Inspiration, die Robert Burns und auch uns im Leben immer wieder zu neuen Höhepunkten geistlichen Schaffens antreibt.

Sicherlich wird es da noch andere Quellen seiner Inspiration gegeben haben, die malerische Landschaft Schottlands, sanfte Hügel, Hochmoore und lauschige Flusstäler. Dieses Jahr werden die Clansmen auf den Spuren Robert Burns wandern und mal wieder die Schönheit Schottlands genießen, auch mich konnten sie davon überzeugen diesmal, mit dieses traumhafte Land zu besichtigen.

Somit stoße ich mit Euch an auf Schottland und die Clansmen, die die schottischen Bräuche bis nach Uetze gebracht haben.

Robert Burns war übrigens kurz davor gewesen aus Schottland auszuwandern und eine Stellung als Plantagenverwalter in Jamaika anzunehmen. Ob dies wohl eine Hanfplantage war? Zu der Zeit doch wohl eher eine Zuckerrohrplantage. Zum Glück brach dann sein literarischer Erfolg durch und er entschied sich dagegen und dichtete uns somit noch viele andere schöne Werke und konnte beim Wishky bleiben und musste keinen Rum trinken.

Nun lasst uns den Augenblick dieses Abends ganz im Sinne der Maus genießen, egal was da war und da kommen mag, ganz wie in Robert Burns’ Abschlussvers von „To a mouse“:

Still thou are blest, compared wi’ me!
The present only toucheth thee:
But och! I backward cast my e’e,
On prospects drear!
An’ forward, tho’ I canna see,
I guess an’ fear!

So geht’s dir gut noch gegen mich!
Denn nur das Heute kümmert Dich:
Lass ich den Blick nach rückwärts gehen,
ich fühl, was ich bedaure!
Und vorwärts, zwar ich kann’s nicht sehn,
doch ahne ich und schaure!

So, stoßen wir nun endlich an auf Robert Burns, der uns schöne Augenblicke gab, und noch viele geben wird, wie auch diesen heute.

Thank you Ladies and Gentleman!