Was Schottland bewegt …

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Von B. Horlbeck, zuletzt editiert am 03.12.2020

  • „Wir schlagen zurück …“

… es geht wie ein gemeinsamer Aufschrei durch Schottland Presse und klingt wie im Krieg, diesmal gegen Covid-19. So bezeichnet es The Scottish Daily Mail als „Operation Beat Covid„, und der Dienstag nächste Woche ist der „V-Day„, der Impftag (Vaccination Day). Das UK ist der erste Staat in der Welt, in welchem der Impfstoff von Pfizer die offizielle Zulassung erhalten hat. So mobilisiert das UK jedermann für den Kampf gegen den gemeinsamen Feind: „A call to arms“ bezeichnet es The Evening Telegraph. Es ist der auch für uns lang ersehnte Hoffnungsschimmer und die Edinburgh Evening News betiteln es mit „Vaccine Joy“ und „… the stars are shining bright …„. Und da uns das Lachen oder Lächeln nicht abhanden gekommen ist, werden PM Johnson und FM Nicola Sturgeon auch gleich mal im Daily Star zu Fred Feuerstein und Wilma stilisiert: „Jabba – Dabba – Doo!„.

aus BBC-Scotland, 03.12.2020

  • Der Hoffnungsschimmer zum Wochenende

Am Freitag schwenkt die Presse in solider Einigkeit vom Albtraum auf die Hoffnung. „Eine Million Impfungen in Schottland bis Ende Januar“ kommentiert The Herald den Gesundheitsminister und ergänzt, dass die schottische Regierung laut Gesundheitsminister plant, „in den nächsten Monaten 4,4 Millionen Schotten, die älter sind als 18 Jahre zu impfen“. Am Samstag wird neben anderen gesamtbritischen Themen auch noch einmal auf das bevorstehende Weihnachtsfest geblendet. So The Press and JournalSturgeon setzt Vorsicht an die Spitze der Weihnachtswunschliste“ und warnt mit den Worten von Frau Sturgeon vor „weiteren Lockdowns, wenn sich die Menschen nicht an die derzeitigen Regelungen halten“.

aus BBC-Scotland, 22.11.2020

  • Level 4 – der Albtraum vor Weihnachten

… das war der Grundtenor der schottischen Presse letzten Mittwoch. Hintergrund ist, dass mit dem 20. November nunmehr elf schottische Distrikte in das härteste Covid-19-Level 4 eingestuft wurden. Das betraf insbesondere die Regionen in West- und Zentralschottland, wo die Inzidenzraten noch immer bei etwa 250 pro Woche und 100k Einwohnern liegen. Wie der Daily Record berichtet, gibt Frau Sturgeon dabei der Hoffnung Ausdruck, dass man so die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage retten kann. Der Scotsman  spricht von ‚einer absurden Transparenzlücke in der schottischen Covid-Planung‚  und der Daily Telegraph schreibt, dass ‚die Regeln für Familien zu Weihnachten gelockert werden müssen‘. Kurz, es ist nicht anders als bei uns, gleiche Befürchtungen, die gleiche Regelunsicherheit.

aus BBC-Scotland, 22.11.2020

  • STEVIE WONDERS

… triumphiert The Scottish SUN in ihrer heutigen Ausgabe. Die zugehörigen Bilder in der gesamten schottschen Presse lassen keinen Zweifel worum es geht: Football! Football! Football! Genauer, Schottlands Rolle im internationalen Fußball. Für die nicht so gut informierten Leser: Gestern gelang Schottland nach 22 Jahren Abstinenz in Belgrad mit 5:4 (1:1) nach Elfmeterschießen ein historischer Sieg gegen Serbien und die Scotsmen um Nationaltrainer Steve Clarke qualifizierten sich für die EM 2021. Sie sind damit in einer Gruppe mit Kroatien, Tschechien und … England. Einen weiteren Kommentar braucht es nicht … oder doch noch ein paar Titelzeilen gewünscht?

Daily Express: „We’re Back“

Daily Star: „Finally. The Tartan Army can party at last“

The National: „Heroes“

Glasgow Times: „We’ve done it!“

aus BBC-Scotland, 12.11.2020

  • Cov-19-Impfstoff innerhalb von Wochen

Die Auslieferung eines wirksamen Impfstoffes gegen die Corona-Viren könnte bereits innerhalb von Wochen erfolgen. So kann man es auf den Titelseiten der Mehrzahl der schottischen Tageszeitungen lesen. Es ist ein Aufschrei der Erleichterung, in Schottland, wie in der übrigen Welt. Schließlich sehen wir zum ersten Mal ‚ein Licht am Ende des Tunnels‚, so schreibt es der Daily Record. Und The Herald wie auch der Daily Express bringen die Hoffnungen auf den Punkt, dass das Leben im nächsten Frühjahr damit in die Normalität zurückkehren könnte. Scottish Daily Mail: ‚Ein kleiner Stich für einen Menschen …‘, aber eine Riesenerleichterung für die ganze Menschheit, darf man ergänzen.

aus BBC-Scotland, 07.11.2020

  • Thema No. 1: U.S. elections

Thema No. 1, auch in den schottischen Medien ist aktuell natürlich der Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA: „Biden verspricht eine gespaltene Nation zu heilen“. So umschreibt es The Scotsman. Ich meine, in den Medien im Hintergrund eine gewisse Hoffnung in einer möglichen Präsidentschaft von Biden erkennen zu können. Doch man erwartet sicherlich nicht zuviel. Mit britischer Zurückhaltung kommentiert man allgemein die augenblickliche Faktenlage, wie im Daily Express konstatiert: „Präsident Trump verweigert eine Anerkennung der Realität“.

aus BBC-Scotland, 07.11.2020

  • Irgend etwas, worüber wir uns freuen können

„Es ist zwar erst November, doch mit Sicherheit brauchen wir etwas, worüber wir uns freuen können“, so beschreibt der Daily Star mit Blick auf das kommende Weihnachtsfest die Unsicherheit der Menschen, wie wir damit umgehen können in der aktuellen Cov-19-Situation. Die Infektionszahlen sind auch in Schottland nicht geringer geworden, aber sie sind auch nicht weiter gestiegen. Halbleer oder halb voll? Der erste Schritt war notwendig, aber wird ein zweiter Fortschritt folgen und uns wieder etwas bringen, auf das wir uns von ganzem Herzen freuen können? Wird der schottische Humor dieses Jahr die einzige Weihnachtsdekoration sein? „Weihnachten ist für mich die schönste Zeit des Jahres … besonders dieses Jahr, wenn ich keinen Menschen sehen muss …“ (Bauble auf der Titelseite des Daily Star).

aus BBC-Scotland, 07.11.2020

  • Versprechen der Sicherung schottischer Jobs

Der britische PM (Premieminister Boris Johnson) verspricht die Sicherung schottischer Jobs auch unter den Bedingungen eines zweiten Lockdowns und eines damit verbundenen Zwangsurlaubs, heißt es heute im Daily Express und im Daily Telegraph. Und The Herald stellt fest: Die Zwangsurlaub-Konfuision hält Schottland in einem Schwebezustand. Im Grunde besteht das Problem darin, dass nicht restlos klar ist, inwieweit das Schema bezahlten Zwangsurlaubs in Schottland verfügbar bleibt, wenn der volle Lockdown in England mit Beginn des nächsten Monats endet. Der PM sagt, dass das Schema immer dort verfügbar sein wird, wo es gebraucht wird. Doch sein Sekretär Robert Jenrick hat daran einige Zweifel. England geht am Donnerstag in einen landesweiten Lockdown , welcher bis 2. Dezember andauern wird, während Schottlands unbegrenztes 5-Stufen-Konzept seit  Wochenbeginn in Kraft ist.

Wenn wir auch hier in Deutschland oft ein nicht einheitliches Vorgehen bemängeln, so will mir bei aller Zurückhaltung doch scheinen, dass wir da noch um Einiges besser d’ran sind als das UK.

nach Berichten der BBC-Scotland, 03.11.2020

  • Scotland papers on Sunday

Die BBC Scotland fasst die Titelseiten der schottischen Presse für den heutigen Sonntag zusammen:

’00 Heaven‘ and the ‚Nightmare Before Christmas‘

Die Trauer um Sir Sean Connery erfasst eine ganze Nation. Spätestens hier erkennt man, dass sich die Schotten von Sean Connery repräsentiert fühlten und fühlen wollten wie von kaum einer anderen Persönlichkeit dieser Tage.

‚Der Albtraum vor Weihnachten‘ (Scottish Daily Express) tritt demhingegen in den Medien zurück. Er gilt den bevorstehenden Covid-19-Maßnahmen für die nächsten 4 Wochen in England. Die First Ministerin Nicola Sturgeon rät den Schotten, sich in dieser Zeit außerhalb Englands aufzuhalten (Scotland on Sunday).

aus BBC-Scotland, 01.11.2020

  • Sturm  und Wasser suchen Schottland heim

Mit Corona nicht genug, auch schwere Stürme und Regenfälle beuteln ganz Schottland. Einige wichtige Verkehrsverbindungen sind überflutet und nicht passierbar. Auch der Schiffsverkehr zu den Inseln ist stark beeinträchtigt.

aus BBC-Scotland, 31.10.2020

  • Silberstreif am Horizont?

Die letzten Infektionsraten in Schottland scheinen leicht gesunken zu sein in den letzten Tagen, in Lanarkshire auf 316,5 und in Glasgow 258,3 per 100k Einwohner. Das ist ein Rückgang auf 75-80 % der Fallzahlen von Anfang der Woche. Beginnt das 5-tier-System bereits zu greifen? Für ein fundiertes Urteil ist es noch zu früh aber Hoffnung darf man haben. Es geht uns hier ganz genau so. Was sonst können wir tun? Von den insgesamt fünf eingerichteten Beschränkungsstufen müssen aktuell nur drei beansprucht werden. Frau Sturgeon als FM verleiht diesem ersten Hoffnungsschimmer in einem Tweet Ausdruck. Doch sie grenzt sich auch deutlich von PM Boris Johnson ab, indem sie darauf verweist, dass ihre Regierung die aktuelle Entwicklung zur Kenntnis nimmt aber Entscheidungen über Maßnahmen in Schottland von den gegebenen Umständen in Schottland abhängig macht. Damit geht sie indirekt ein auf die Ankündigung Johnsons auf einen monatelangen Lockdown südlich der Border, also der Grenze zu Schottland. Sie betont, dass nur essentiell wichtige Reisen nach England oder von England nach Schottland durchgeführt werden sollen.

aus BBC-Scotland, 31.10.2020

  • Schottland trauert um Sean Connery

Schottland trauert um einen seiner brillantesten Söhne. Im Alter von 90 Jahren ist der Schauspieler Sir Sean Connery auf den Bahamas verstorben. Für viele ist er die Verkörperung von 007, James Bond schlechthin. Doch diese Reduktion griffe zu kurz, denn seine Aura ist viel weitreichender. Zahlreiche Charaktere hat er in seinem umfangreichen Schaffen brillant verkörpert. Letztlich sind es Menschen wie er, die den Film zu mehr machen als einem kleinen Flimmerstreifen, sondern zu einer Erzählung, die einem die Dinge des Lebens und den Menschen als agierendes Wesen näher bringt und manchmal überhaupt erst begreiflich macht. Ich verbeuge mich tief.

Epitaph on Sir Sean Connery, 31.10.2020

  • COV-19 dominiert das Leben und die Schlagzeilen

Auch in Schottland steigen die Fallzahlen bei COV-19-Infektionen weiter an. Die höchsten Infektionsraten weisen nach wie vor die Region um Glasgow und Lanarkshire mit 301,8 bzw. 410,8 positiven Tests per 100k Einwohnern in den letzten sieben Tagen auf, so dass die schottischen Zeitungen resümieren, dass sich ein „tough lockdown“ abzeichnen könnte. Das große Industriegebiet von Lanarkshire und Glasgow ist schon jetzt hart getroffen. So betitelt es ‚The Scottish Sun‘ in ihrer Ausgabe mit „Lockdownshire“, da das Lanarkshire-Gebiet am Montag in die 4. Stufe (von max. 5) der Restriktionen rutschen könnte, was die Ministerin laut ‚Daily Mail‘ zu „ernster Sorge über den dortigen unverändert starken Anstieg der Fallzahlen“ veranlasst. Hoffnung schöpft man vor allem aus der gestrigen Nachricht, dass ein ‚Oxford-Impfstoff‘ eine starke Immunantwort bei Freiwilligen-Tests gezeigt haben soll (‚Daily Express‘) und ‚The Scotsman‘ stellt einen solchen Impfstoff als ein mögliches Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr in Aussicht, basierend darauf, dass Prof. Jason Leitch (Nationaler klinischer Direktor) der BBC mitgeteilt hat, dass ein erster Impfstoff innerhalb von Wochen zur Verfügung stehen könnte.

aus BBC-Scotland, 27.10.2020

  • Nach dem BREXIT: Wer setzt den Standard?

Das UK ist momentan noch ein Teil des einheitlichen europäischen Marktes mit gemeinsam anerkannten Standards und Regeln für ganz Europa. Nach dem Brexit will die britische Regierung einen ‚internen Markt‘ über das UK (England, Schottland, Wales, Nordirland) errichten. Aber wer hat hier das Sagen? Die britische Regierung sieht darin ein Konzept, dass die jeweiligen Regeln verstärkt lokal bestimmt werden, wobei die Regeln des jeweils Anderen innerhalb des ‚internen Marktes‘ zu akzeptieren sind. Die britische Regierung behält sich nur ein Veto-Recht vor. Doch wie kann das funktionieren? Während derzeit die Standards von Brüssel immer höher geschraubt werden, würde sich dann aus Wettbewerbsgründen eine Herunterregulierung am ‚internen Markt‘ vollziehen, so die Befürchtungen der Waliser. Wenn z.B. England die Einfuhr Chlor-gewaschener Hühner aus den USA erlaubt, würde das auch für Schottland etc. gelten. Um auf dem Markt mithalten zu können, müsste das dann auch für einheimische Produkte gelten usw.

Der Streit zieht sich also auch durch das gesamte UK und es ist nicht nur ein Streit zwische dem UK und Brüssel …

aus BBC-Scotland, Philip Sim, 19.10.2020

 
  • Mentale Gesundheitsfürsorge, ein nationaler Notstand

So tituliert es THE SUNDAY POST in ihrer letzten Ausgabe. Angesichts der letzten Covid-19-Infektionszahlen in Schottland sind die Pub-Schließungen in den medialen Hintergrund gerückt. Umso mehr diskutiert man besorgt die möglichen sozialen Folgen bei der Umsetzung der eminenten Einschränkungen im gesellschaftlichen Leben. Insbesondere betreffen die Befürchtungen, und wie ich meine zu Recht, auch das seelische Gleichgewicht von Kindern und Jugendlichen, welche sich den Weg in die soziale Gemeinschaft gerade zu bahnen ansetzen.

Der „Scottish Sunday Express“ gibt den Befürchtungen Ausdruck, dass die Virus-Circuit-Breakers nicht mehr enden könnten und dann entsprechend weitere immense Schäden in der Gesellschaft nach sich ziehen könnten.

Nun hat Corona auch die Inseln erreicht. Die bisher als Corona-frei betrachteten Orkneys (13,5) , Shetland (13,1) und die Western Isles [South Uist] (11,2) haben jetzt auch einige, vorerst wenige Inzidenzen. „The Herald“ sieht hierin jedoch auch die Möglichkeit, dass die neuen Reisebeschränkungen, den Inseln erlauben könnten, zur ‚Normalität‘ zurückzukehren.

aus BBC-Scotland, 18.10.2020

  • Randnotiz: ‚Der König‘ kauft ein

Es ist eigentlich nicht wichtig. Aber wenn man damit beschäftigt ist, zu recherchieren, wie es den Freunden geht, dann schlägt einem das plötzlich auftauchende, grienende Konterfei eines, na ja, Menschen, den man ganz und gar nicht zu den Freunden zählt, wenn es unvermittelt auf dem Bildschirm auftaucht, schon etwas auf den Magen. So berichtet AFP:

„Eine Firma von US-Präsident Donald Trump hat trotz der Kritik von Anwohnern und einer Umweltschutzbehörde die Erlaubnis für den Bau eines weiteren Golfplatzes in Schottland erhalten. Der Rat der Region Aberdeenshire im Nordosten des Landes genehmigte die Pläne für einen neuen 18-Loch-Golfplatz, der den Namen von Trumps Mutter Mary Anne MacLeod tragen soll. Der Platz soll neben einem bereits bestehenden Golfplatz auf dem Menie-Anwesen Trumps entstehen.“

Nun ja, Schottland hat schon vieles ertragen müssen. Den verdaut man dann auch noch … Aber es ist sicher kein Grund stolz zu sein. Ich kann den Anwohnern nur sagen, ‚Ihr habt mein Mitgefühl‘.

nach einem AFP-Artikel vom 18.10.2020

  • Last orders!

So titulieren es unter anderen die „Edinburgh News“ in ihrer heutigen Ausgabe. Aber der Tenor ist in der gesamten schottischen Presse gleich. Man fürchtet, dass die zeitweilige Schließung von Pubs und Restaurants nicht spurlos am gesellschaftlichen Leben vorüber gehen wird. Viele werden das wirtschaftlich nicht übereleben können. Das Anschlagen der Pub-Glocke mit dem Ruf „Last orders“ könnte, so die Befürchtungen, auch eine „Death knell“ sein, eine Todesglocke für das schottische Gaststättenwesen. Das weiß auch Frau Sturgeon. Aber was soll sie tun? Von der Erkennung eines main hot spots bis zu dessen Eleminierung ist es nur ein kleiner Schritt. Aber ist es wirklich die einzige Möglichkeit? In der Bevölkerung und der Presse wird auch das diskutiert. Man spricht von einer „Pandemic prohibition“ und Prohibitionen waren letztendlich noch nie erfolgreich und brachten nicht das gewünschte Ergebnis. Wird es letztlich dazu führen, dass sich die Menschen zu Hause versammeln anstatt in Pubs, um sich auszutauschen, miteinander zu sprechen und dabei auch zu trinken, und das unter weniger ‚klinischen‘ Bedingungen? Unter anderen Vorzeichen kennen wir das aus Skandinavien. Auf einem Pressefoto sehe ich in einem schottischen Pub eine Schrift an der Wand:

„What Whisky cannot cure there is no cure for“

Und das sind die heutigen Headlines in der schottischen Presse:

Scottish Daily Mail 
"Pandemic prohibition - Sturgeon's last orders" 
(Pandemische Prohibition - Sturgeon's letzte Bestellungen 
/Anweisungen)

Edinburgh Evening News 
"Last Orders" 
(Letzte Bestellungen)

The Scotsman:
"Covid rules leave pubs and venues reeling" 
(Covid-Regelungen lassen Pubs und Treffpunkte taumeln)

The Scottish Sun
"Nic's got us all hammerd" 
(Nic hat uns alle niedergeschmettert)
The Herald
"Backlash against Sturgeon over 'cataclysmic' shutdown" 
(Gegenschlag gegen Sturgeon wegen des 'unheilvollen' Shutdowns)
The Daily Telegraph 
"Sturgeon signs 'death sentence' to Scots Pubs" 
(Sturgeon unterschreibt die 'Todesstrafe' für schottische Pubs)
Daily Express
"Doomsday for Scots Pubs as rules get tough" 
('Jüngstes Gericht' für schottische Pubs weil die Regeln brutal werden)
The Scottish Times 
"Backlash as Sturgeon acts to stop virus surge" 
(Gegenreaktion zu Sturgeon's Aktion, die Virus-Welle zu stoppen)

aus BBC-Scotland, 08.10.2020

  • Pubs und Restaurants müssen schließen aufgrund der aktuellen Infektionslage

Es ist kein Lockdown, aber die Maßnahmen sind durchaus drastisch. So müssen ab Freitag, 18:00 alle Pubs und Restaurants in den Verwaltungsbezirken des Central Belt (Zentraler Gürtel von Edinburgh bis Glasgow) bis zum 25. Oktober geschlossen bleiben. Davon betroffen sind etwa die Hälfte der schottischen Einwohner. In den übrigen Teilen Schottlands können Pubs und Restaurants bis 18:00 öffnen, dürfen Alkohol jedoch nur außer Haus verkaufen. Man vermutet, dass der Infektionsgang denen von Frankreich und Spanien folgt, mit einer Verzögerung von 4 bzw. 6 Wochen. Um dem entgegen zu wirken, wurden die bereits als „Circuit breaker“ bezeichneten Maßnahmen ergriffen. Man hofft so, einen wesentlichen spreader-point effektiv ausschalten zu können. Man geht damit deutlich über die Restriktionsmaßnahmen Englands hinaus.

Das Gaststättengewerbe wird hiervon natürlich extrem hart getroffen und sieht die Maßnahme großenteils skeptisch und zum Teil wird dieses auch als „Death sentence“ (Todesurteil) für viele Pubs und Restaurants bezeichnet.

aus: BBC-Scotland, 07.10.2020

  • Covid-19 in Schottland, aktuelle Situation am 6.10.20

Die aktuelle Infektionssituation ist in Schottland sehr unterschiedlich. Vor allem betroffen sind erwartungsgemäß die dichtbesiedelten Gebiete Greater Glasgow and Clyde mit 161,4 Fällen pro 100.000 Einwohner in der letzten Woche, Lanarkshire mit 133,7 Fällen und Lothian mit 123,2 Fällen. Zum Vergleich, in Niedersachsen liegen wir derzeit bei 21,3 Fällen, was eher dem am schwächsten betroffenen Gebiet Schottlands, den Highlands (25,5) entspricht. Am wenigsten oder augenblicklich überhaupt nicht betroffen sind die Orkneys und Shetland (0,0).

Quellen: Scottish government, RKI, 06.10.2020

  • Tourismus und Gastgewerbe in „Circuit-Breaker“-Befürchtungen

Die schottische Presse beschäftigt sich natürlich in erster Line mit der Corona-Problematik in Schottland. So berichtet BBC-Scotland:

„Die nächsten Schritte bei der Eindämmung der Covid19-Pandemie werden keinen Lockdown wie im März beinhalten, sagt Nicola Sturgeon. Es wird den Menschen nicht empfohlen werden zu Hause zu bleiben und es wird kein nationales Reiseverbot geben. Schulen werden nur für die Oktoberferien schließen. Sie schließt jedoch lokale Reisebeschränkungen und die Schließung von Pubs und Restaurants in Gebieten hoher Infektionsraten nicht aus.“

Einige Regierungsberater unterstützen die Idee eines „circuit breaker“ (Kreislauf-Unterbrecher) Lockdowns als einen „kurzen, harten Schock“. Zum „daily briefing“ sagte Frau Sturgeon, es seien noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen, aber es werde „keine Rückkehr zu einem Lockdown geben.“

aus: BBC-Scotland, 06.10.2020

  • Ist Boris Johnson ein Grüner geworden?

Boris Johnsons Verkündung: „Das UK kann das Saudi-Arabien der Windkraft sein“ ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. Im Grunde begegnet man seiner bizarren Wandlung mit britischer Skepsis. Lag es vielleicht an seiner Covid19-Infektion? Experten warnen schon seit Langem davor, den Wert ländlicher Gebiete damit zu zerstören. Doch Johnson schwebt etwas anderes vor. Er hat vor allem Off-Shore-Anlagen nordwestlich Schottlands in seinem Kopf: „Bis 2030 könnten wind-farms jeden Haushalt mit Energie versorgen„. Und er legt nach: „Das UK würde zum Weltmarktführer in sauberer Wind-Energie werden“. In 10 Jahren will er dieses Ziel erreicht haben. Kommentatoren geben zu bedenken, dass die Haushalte in Großbritannien nur etwa ein Drittel des Energiebdarfs ausmachen und stellen die Frage, wie dann die neuen KKW finanziert werden sollen, die Teil des britischen Energie-Mixes sein sollen.

aus: BBC-Scotland, 06.10.2020


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