The Lassies’ Reply 2018

Margret Schulte, Burns Supper 2018

Answer to the Laddies!         

Es gibt richtige Brücken. Und es gibt falsche. Dieses Wissen vermittelten mir Hintergrundrecherchen über die Brig o´Doon und intensives Nachdenken über das social network deutscher Frauen und Männer. Häh??? Wie soll das zusammen gehen???

Na ja, fangen wir mal ganz langsam an. Erst mal ein Häppchen Hintergrundwissen für die unter uns, die noch nicht alles wissen und die unbedingt mehr wissen möchten: Was ist diese Brig o´Doon denn eigentlich? Wo gibt es sie, was ist das überhaupt, gibt es sie wirklich? Ist der Name mal wieder so ein echt schottischer Ulkname, ein Beweis für den sprichwörtlich speziellen schottischen Humor? Dem wir biederen Deutschen uns immer noch mühsam anzunähern versuchen?

Nein, nein, nein, es ist alles viel einfacher!

Die Brig o´Doon kann man einfacher auch Old Bridge of Doon nennen, also, die alte Brücke über den Doon in Schottland, oder, und das zielt schon richtig stark auf unseren Anlass zum heutigen Meeting ab, Tam o´Shanter´s Bridge. Tam o´Shanter, ihr wisst es alle, der  Protagonist aus Rabbie Burns´ berühmtem Gedicht, der mit der Maggie, die den Schweif, nicht Schwanz, hallo, ihr Pferdekenner, verlor, als Tam mit ihr auf der Flucht vor der ollen Hexe Grannie über eben die oben genannte Brücke, die Brig o´Doon, sauste. Über diese Brücke, bzw. das Wasser, durfte das Hexenvolk nicht – und das war die Rettung für Tam und seine Maggie.

Viele von uns waren schon in der schottischen Stadt Alloway, haben gemeinsam diese alte Bogenbrücke bestaunt und still für sich gedacht: Mann, das Ding trägt uns immer noch, hält immer noch durch, klappt nicht zusammen….Trotz ihres vorgerückten Alters! Wow! Alle Achtung!

Das ist also, und ich komme damit auf meinen allerersten Satz zurück (richtige/falsche Brücken), eine ganz, ganz deutlich richtige Brücke. Zwar steinalt, im wahrsten Sinne des Wortes, immerhin aus dem, glaube ich, 16. Jhdt!, aber standfest, zuverlässig, hilfreich, formschön, ein wahres Lockmittel für Heiratswütige, ein Premiumbauwerk für Fotos aus allen Himmelsrichtungen und von allen Seiten, immer noch benutzbar, ohne dass sie bröselt – einfach rundum gelungen!

Eben: eine richtige Brücke!!!

Und hier ist der Zeitpunkt gekommen, das ist uns allen klar, für das Heben unserer Gläser und den Ausruf eines liebevollen Toasts auf diese tolle Brücke!

To the Brig o´Doon!!!

Auf falsche Brücken, ihr wartet vielleicht darauf, möchte ich aber jetzt nicht mehr groß eingehen, die gibt es auch, sind unzuverlässig, viel, viel zu jung, nicht schön anzuschauen, sicherlich vom Architekten des Berliner Flughafens konzipiert, also insgesamt eine Pleite und nicht weiter erwähnenswert. Denkt euch alleine euer Teil dazu – ohne mich, ich will damit nichts zu tun haben…

Eingehen möchte ich aber jetzt auf den eigentlichen Kern meiner Ausführungen, alles andere war nur Vorspiel…

Es geht um das soziale Konglomerat von Mann und Frau, oder, was mir persönlich lieber ist, von Frau und Mann. Wie schlage ich jetzt einigermaßen geschickt den Bogen zur Bogenbrücke Brig o´Doon? Och, für mich ganz einfach…

Meine vorherigen ausführlichen Worte zur Brig o´Doon, die Beschreibung ihrer Vorzüge, alles das ist doch der einzig richtige Weg zum Hinweis darauf, was uns Frauen in unserem bescheidenen Leben so unendlich wichtig erscheint: Männer, Männer, Männer, die uns hier und überall umgeben.

An jeder Straßenecke stolpert man über sie, worüber man sich als Frau manchmal freut, manchmal ärgert, je nach Exemplar, immer mal wieder stehen sie sozusagen als Bauwerke in der Gegend herum, wenn wir sie mit dem Staubsauger umkreisen, sie stellen ein potentielles Lockmittel fürs Heiraten dar, bröseln oft erst ziemlich spät, manche auch gar nicht oder nur ein bisschen, sind ab und zu ziemlich zuverlässig, und halten trotz ihres Alters ganz ordentlich durch und tragen uns in einigen Fällen auf Händen oder ertragen uns erstaunlich tapfer. Jedem von euch schießt jetzt natürlich der Gedanke durch den Kopf: Ja! Sie hat mal wieder Recht! Ja, auch du denkst es, Hartmut, gib es ruhig zu!

Ja!!! Viele Männer sind schon so was Ähnliches wie eine richtige Brücke, wenn man´s genau betrachtet! Darum bestaunen wir Frauen sie, fotografieren sie (wenn es sich vom Optischen her lohnt), umkreisen sie wie Satelliten, überfahren sie auch manchmal,  wenn ihr schlauen Frauen wisst, was ich meine… Ja, wir brauchen euch Männerbrücken, auch wenn ihr im Alter manchmal zu Hängebrücken werdet, und wollen unsere Finger und Herzen nicht von euch lassen!!!

Ein Hoch und einen Whisky auf euch! Und natürlich auf uns, denn ohne uns – wo wärt ihr da???

Lassies, Mädels, be up on your feet and join me in the toast

To our Laddies!!!