Aug 26 2020

Der Herbst hat auch etwas …

Von Bernd Horlbeck im August 2020

So langsam werde ich wach. Aha, es ist morgens. Wie spät ist es? Erst halb sieben? Wieso bin ich schon aufgewacht? Ah, der rechte Fuß schaut unter der Bettdecke hervor. So ist das! Ich ziehe ihn in die wohlige Wärme unter der Decke zurück. Ich stutze: Es ist aber Hochsommer und wir haben eine verdammte Hitze? Ich schaue durch das halbgeöffnete Fenster. Kein Sonnenschein, stattdessen biegen sich die Eichenwipfel hin und zurück. Jetzt nehme ich auch das herbstliche Rauschen des Windes wahr. Mich überströmt ein Gefühl wohliger Geborgenheit. Endlich der Sonnenglut entronnen, kein am Körper klebendes, von Schweiß durchtränktes Hemd mehr. Keine gefräßigen gelb-schwarzen Flugsaurier beim Frühstück, deren einziges Ziel darin zu bestehen scheint, mir das Frühstücksbrot in überdimensionalen Einzelbrocken vom Teller zu tragen.

Ich denke an Schottland Anfang Mai. Herrliche Synthese von wolkenverhangenem Himmel im Westen und blauem, schon bald milde Sonne verheißendem Untergrund an aufgerissenen Stellen im Osten. Ich werde meine Nase forsch in die milde Brise vom Meer recken, kühn durch die Heidelandschaft schreiten bis ich den torfigen Duft einer Distillery wahrnehme. Gern lasse ich mir in der leeren Kiln erklären, wie das Mälzen der Gerste vor sich geht obwohl sich in meinem Gesichtsfeld keinerlei Barley erspähen lässt – früher aber … . Heute mälzen nur noch wenige Distillerien. Aber das macht nichts, der wirtschaftliche Fortschritt eben … . Ich spüre schon, wie mir der feine Whisky Zunge und Gaumen benetzt während ich an einem ab und an knackenden Kaminfeuer stehe und wechselweise in die Glut und das goldgelbe Funkeln im Glas blinzele.

Los jetzt, nichts wie raus aus den Federn! Ein erhabener Herbsttag mit einigen Sommerremineszenzen erwartet uns. Am liebsten würde ich meinen Kilt anlegen. Na ja, wir wollen nicht übertreiben. Ein frisch gebügeltes Hemd und nach Frische statt Schweiß duftende Jeans tun es auch. Das Fenster schließe ich aber erst einmal. Ein kleiner Luftzug hat eben eine Tür mit einem kraftstrotzenden ‚Wumm‘ zugeschlagen. Das ist doch was für einen richtigen Mann! Nicht diese deprimierende, erschlaffende Hitze … . Birgit hat schon Kaffee gekocht, schön stark und heiß. Sie selbst würde lieber in der Sonne auf der Terrasse sitzen und schimpft leise vor sich hin, es wäre kein richtiger Sommer dieses Jahr. Na ja, wie Frauen eben so sind. Nach dem Frühstück werfe ich mir meine Lederjacke über. Endlich geht das wieder ohne gleich einen Hitzekollaps zu bekommen.

Dann öffne ich die Tür einen Spalt weit, um erst einmal die Frische der Herbstluft in mich einzusaugen. Ich hätte allerdings etwas umsichtiger sein sollen, denn eine gerade ihrem Höhepunkt zustrebende Windböe vollendete den Öffnungsvorgang und schlug mir die Tür heftig gegen den Kopf oder, besser gesagt, vor die Brille, woraufhin sich letztere vom Kopf lossagte,  nicht ohne eine heftige Druckstelle auf meiner Nase zu hinterlassen. Ich weiß nicht mehr, ob ich ihr flink hinterherspringen wollte oder ob die Tür mich mit sanfter Gewalt zu diesem unvorsichtigen Schritt veranlasst hat. Jedenfalls befand sich nunmehr mein rechter Fuß auf meiner Sehhilfe, die nun keine mehr war. Ich beschloss, die Tür zunächst wieder zu schließen bevor ich weitere Maßnahmen ergriff. Ich legte die Überreste des optischen Instrumentes zwecks späterer Reparatur sorgsam auf ein Schränkchen. Na ja, zu reparieren war da wohl nichts mehr. Die Gläser waren aber noch heil. Für den Moment gab es da aber noch meine Sonnenbrille. Sie lag im Auto vor dem Haus. Ich öffnete also wieder die Tür, jetzt allerdings mit Weitblick und Vorsicht. Die Böe war schon über sieben Berge und so weit ich ohne Brille sehen konnte, entsprach die Szenerie durchaus meinen Erwartungen, bis auf das erhoffte Blau in einer aufgerissenen Wolkendecke. Aber ich hatte ja keine Brille auf der Nase, welche übrigens noch etwas schmerzte, und manchmal ähnelt das Himmelsblau auch einem etwas tieferen Grau. Eines von beiden jedenfalls war auch so eindeutig erkennbar. Ich arbeitete mich erst einmal durch den heftiger werdenden Wind, Pessimisten nennen so etwas übertriebener Maßen auch Sturm, zu meinem Auto und mithin zu meiner Sonnenbrille durch. Da mir meine treue Lederjacke immerfort vorn aufschlug – der Knopf, den ich sicherheitshalber geschlossen hatte, hatte dem böigen Wind nicht standhalten können – spürte ich jetzt einen leichten Nieselregen auf Brust und Bauch. Letztendlich aber hatte ich die Autotür geöffnet und konnte die dringend benötigte Sonnenbrille zielsicher auf meiner schmerzenden Nase positionieren. Ich zog mich aus dem Inneren meines Autos rasch zurück und schloss behände die Tür, da der Regen durch die Öffnung nur so hineinströmte. Nun wieder mit voller Sehkraft ausgestattet, erkundete ich erneut die reale Wetterlage. Ich versuchte es zumindest. Das herabrinnende Regenwasser versperrte mir jedoch den klaren Blick durch die Gläser. Immerhin war es ja eine Sonnenbrille und da muss man in Sachen Lichtdurchlässigkeit schon kleine Abstriche machen. Aber bei allem Wischen, es wurde nicht besser, nicht der kleinste schottische Hoffnungsschimmer. Mittlerweile rann das Regenwasser aus meinen Haaren und durchfeuchtete meinen Hemdkragen eminent. Ich beschloss, meinen geplanten Herbstspaziergang samt Distillery-Phantasie-Episode aufzuschieben und mich vorerst mit deren Endprodukt zufrieden zu geben.

Also machte ich kurzerhand kehrt und wendete mich der nun boshafter Weise verschlossenen Haustür zu, natürlich nicht, ohne das mittlerweile aufgestaute Meer davor zu durchwaten. Da ich den Schlüssel in der Aufregung drinnen vergessen hatte, klingelte ich. Meine Frau öffnete nach geschätzt einer Stunde, schaute mich grimmig an und begrüßte mich mit den Worten: „Bist Du völlig bescheuert? Was rennst Du bei dem Sauwetter mit der Sonnenbrille draußen herum und machst obendrein noch alles voller Drecktapsen?“ Ich hob zu einer Erklärung an, schätzte dies im nächsten Moment jedoch als vergleichsweise nutzlos ein und begnügte mich mit der Bemerkung „Ein Scheiß-Sommer dieses Jahr!“

 


Jul 27 2020

Epitaph on a Clansman

Die Clansmen trauern um ihr treues Mitglied Hans-Peter Steininger.

Hans-Peter SteiningerAm 6. Juli verstarb Hans-Peter Steininger, doch sein Angedenken wird in den Reihen der Clansmen verbleiben.

In seiner ruhigen und bescheidenen Art begleitete er uns durch die Gefilde Schottlands wie auch durch die Gedankenwelt von Robert Burns. Und so ihm die Clansmen ein kleiner Teil seines Zu Hause waren, wird er stets auch bei uns zu Hause bleiben.

So sei denn ein letzter Gruß der Clansmen unserem Robert Burns überlassen mit dem Nachruf an einen Freund …

EPITAPH ON A FRIEND

An honest man here lies at rest,
As e’er God with His image blest;
The friend of man, the friend of truth;
The friend of age, and guide of youth:
Few hearts like his, with virtue warmed,
Few heads with knowledge so informed:
If there’s another world, he lives in bliss;
If there is none, he made the best of this.


Mai 6 2020

Kleiner Gruß von Colin

Dear friends of the Scottish Culture!

In diesem Frühjahr wurden wir alle überrascht, wie sich unser täglicher Lebensablauf so ungewöhnlich verändern kann und er wohl auch in Zukunft anders sein wird. Also weiterhin: ‚Keep your distance and stay safe!‘

Nichts desto trotz wollen wir auf positive und auch schöne Tage in der Zukunft schauen. Heute in einem Jahr starten wir – voraussichtlich – zu unserer ‚Archaic Albion Tour‘. Wir werden nach der Überfahrt auf der ‚Queen Mary II‘ das Land ‚Albion‘ erreichen und historische Stätten, grüne Landschaften durchqueren und ein paar Destillen besuchen. Am 7. Tag unserer Reise erreichen wir dann Dumfries und Galloway in Alba (Schottland).

Diese Region ist voll von Sehenswürdigkeiten, Denkmälern, fantastischen Landschaften und Geschichten. In unseren vorherigen Reisen waren wir u.a. auf den Spuren von König MacAlpin (Dunadd), Lord of the Isles (Finlaggan), Mary Queen of Scots (Holytood), William Wallace (Stirling), Bonnie Prince Charlie (Culloden) und Rob Roy McGregor (Loch Tay). Auf dieser Reise werden wir nun  das Land von Robert I – Robert the Bruce und natürlich Robert Burns erkunden.

Um euch auf diese Reise einzustimmen empfehle ich den Film ‚Outlaw King‘ (2019), den ihr euch auf NETFLIX anschauen könnt. Die Handlung dieses Films spielt in Dumfries und Galloway. Viel Spaß dabei!

Wir werden spätestens Anfang März 2021 erfahren, welche Auswirkungen der Brexit und die Corona Pandemie auf unsere Reise haben wird. Dann haben wir auch die Restzahlung an die Firma Mundstock Reisen zu leisten.

Wir werden euch bei neuen Informationen selbstverständlich  per Mail auf dem Laufenden halten.

Bleibt gesund und munter – Slàinte mhath

Regards,

Colin & Team

PS: Interessante Infos zu unserem Hotel in Dumfries findet ihr unter:

https://de.wikipedia.org/wiki/Friars_Carse


Apr 4 2020

Close the ranks!

Hallo dear Clansmen,

die gegenwärtige Situation in der Corona-Krise hat uns ganz schön vor den Kopf geschlagen. Scheint es doch allem entgegenzustehen, wofür wir arbeiten – der Gemeinschaft und dem großartigen Miteinander, für welches wir mit Herz und Seele stehen.

Ja es schlägt uns vor den Kopf, aber es verschlägt uns nicht die Sprache und legt auch unsere Gedanken nicht still. Das Leben ist eine Abfolge von Problemen, von Situationen, welche alle unserer Lösung bedürfen. Auch wir als Clansmen werden dieses Tal, hoffentlich bald, durchschritten haben. Man hört oft, die Welt wird danach eine andere sein. Aber so ist es immer: „alles fließt“, haben es die alten Griechen genannt. Es sagt uns, dass wir heute lernen müssen, um für das Morgen gewappnet zu sein. Also nutzen wir die Zeit, um zu lernen, miteinander zu sprechen, füreinander zu fühlen, die Gemeinschaft nicht loszulassen und für künftige Tage zu stärken.

Wir wünschen Euch allen Kraft und Gesundheit. Haltet zusammen!

Der Vorstand The Clansmen


Die Clansmen haben in den letzten Tagen Emails von Freunden erhalten, welche ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Gestern kam eine Message von Brian Goldie, dem Präsidenten der RBWF, welche ich nachfolgend wiedergebe.


Dear Member

During these difficult times, I thought it may bring a little light
relief to share with each other a Burns’ poem and perhaps a photograph
relating to the poem.

Let me start with the poem below and the attached photograph which was
taken on the Balmoral Estate.

regards

Brian
My heart's in the highlands, my heart is not here,
My heart's in the highlands a chasing the deer,
Chasing the wild deer and following the roe,
My Heart's in the highlands wherever I go.
Farewell to the highlands, farewell to the north,
The birthplace of valour, the country of worth,
Wherever I wander, wherever I rove,
The hills of the highlands forever I love.
Farewell to the mountains, high cover'd with snow,
Farewell to the straths and green valleys below,
Farewell to the forests and wild hanging woods,
Farewell to the torrents and loud pouring floods.
My heart's in the highlands, my heart is not here,
My heart's in the highlands a chasing the deer,
Chasing the wild deer and following the roe,
My heart's in the highlands , wherever I go.


Und Frank Dirksmeier schickte uns ein lost manuscript:

... auch wenn alles sehr ernst ist...

nachfolgendes lost manuscript kann ich nicht vorenthalten.
Bleibt alle gesund!!

Yours aye 

Frank

If Rabbie Burns hud meet Corona19

Hopefully the current crisis will be no more than
a bad souvenir, but will remain for a while as an
„immortal memory“.
Enjoy !

Tae a virus

Twa months ago, we didna ken,
yer name or ocht aboot ye
But lots of things have changed since then,
I really must salute ye

Yer spreading rate is quite intense,
yer feeding like a gannet
Disruption caused, is so immense,
ye’ve shaken oor wee planet.

Corona used tae be a beer,
they garnished it wae limes
But noo it’s filled us awe wae fear
These days, are scary times.

Nae shakin hawns, or peckin lips,
it’s whit they awe advise
But scrub them weel, richt tae the tips,
that’s how we’ll awe survive

Just stay inside , the hoose, ye bide
Nae sneakin  oot for strolls
Just check the lavvy every hoor
And stock-take, your, loo rolls

Our holidays have been pit aff
Noo that’s the Jet2 patter
Pit oan yer thermals, have a laugh
And paddle ‘ doon the waater ‘

Canary isles, no for a while
Nae need for suntan cream
And awe because o this wee bug
We ken tae be..19

The boredom surely will set in,
But have a read, or doodle
Or plan yer menu for the month
Wi 95 pot noodles.

When these run oot, just look aboot
A change, it would be nice
We’ve beans and pasta By the ton
and twenty stane o rice.

So dinny think yell wipe us oot
Aye true, a few have died
Bubonic, bird flu, and Tb
They came, they left, they tried

Ye might be gallus noo ma freen
As ye jump fae cup tae cup
But when we get oor vaccine made
Yer number will be up.



Feb 9 2020

The yearly gathering 2020 …

oder: Mitgliederversammlung 2020

am 11.03.2020 um 18:00 in der Clansmen Lounge

Wie jedes Jahr wird an einem Mittwoch Mitte März die jährliche Mitgliederversammlung der Clansmen abgehalten. In diesem Jahr werden wir dazu erstmals unsere neu eingerichtete Lounge nutzen können. Der Hauptpunkt ist wie immer die Vorstandswahl. Dieses Jahr steht wieder die Wahl des 1. Vorsitzenden für den Zeitraum der kommenden zwei Jahre an. Weiter werden wir auch die im Vorjahreszeitraum geleistete Arbeit rekapitulieren und natürlich auch die künftigen Aktivitäten planen. In diesem Zusammenhang stehen folgerichtig auch die Vereinsfinanzen zur Debatte und damit verbunden unsere Beitragsordnung.

Den Vorschlag für die Tagesordnung findet ihr hier. Zusätze und damit verbundene Änderungen bitte dem Vorstand mitteilen, entweder direkt oder besser per Email an info@the-clansmen.de.


Nov 20 2016

Something ’s going on …

Es bewegt sich etwas, dort, was  wir so gern unseren „Pub“ genannt haben. Wie der Name auch immer sein wird, für uns bleibt es der Pub und er beherbergt unser kleines Refugium „The Clansmen Lounge“.

Nun steht am 30.11. der St. Andrews Day vor der Tür. Damit er nicht dort draußen frieren muss, bitten wir ihn herein in die Clansmen Lounge und zelebrieren, wie jedes Jahr, unser kleines Tasting, diesmal wirklich mit den kleineren und, wie wir hoffen feineren … (weiterlesen).


Mrz 25 2016

Happy Easter – Clansmen!

At Easter a good rabbit does every honest job …


Aug 5 2015

Neues von den Kilts:

The Tailoring … siehe hier!


Mrz 21 2015

The kilted generation …

Es läuft jetzt etwas! – Die Kilt-Versorgung der Clansmen ist dank Alex in Bewegung gekommen. Bestellungen liegen vor. Bis 30.04.2015 können auch weitere vorgenommen werden, dann aber schon mit Maßangaben.

Wer noch Interesse hat, sollte sich das jetzt kurzfristig überlegen. Solche Aktionen machen wir nicht jedes Jahr und hier ist die Qualität gut.

Einzelheiten findet Ihr unter Acquiring the kilts …


Feb 15 2015

The Burns Supper 2015

Wieder einmal leuchteten die Kerzen, dampfte der Haggis und zog ein feiner Duft von Single Malt durch den Raum im Traditional Life Pub, während unsere Ohren an den Worten des schottischen Nationaldichters Robert Burns hingen. Die Clansmen und ihre zahlreichen Gäste feierten den nunmehr 256. Geburtstag des Dichters. In Anlehnung an sein Gedicht „To A Mouse“, in welchem er die täglichen Mühen des einfachen Mannes im damaligen Schottland mit dem kärglichen Mäuseleben in eine Beziehung setzt, stand das diesjährige Burns Supper unter dem Zeichen des einfachen, manchmal schwachen und ängstlichen aber doch so ungebrochen tätigen Individuums. Der beste Plan, ob Maus ob Mann, geht oftmals ganz daneben … oder, wie Rabbie Burns es im schottischen Dialekt ausdrückt, … The best laid schemes o’ mice an’ men gang aft agley, …

Damit beim Supper nichts daneben geht, haben wir uns nicht nur auf die Mäuse verlassen, sondern ihnen Leitmotiv und Background überlassen und den Rest fest in Clansmen-Hand genommen. Angefangen bei den kraftvollen oder auch gefühlvollen Pipes von Alex und Tom, dem festlichen supper meal, welches traditionell in Tricias Hand liegt und bei welchem wir uns jedes Jahr der perfekten Unterstützung von Fleischer Lindemann bedienen können, den Toasts und weiteren Beiträgen, welche sowohl von den Clansmen aber auch von unseren Gästen beigesteuert werden und nicht zuletzt der Gastgeberschaft des neuen Hausherren Benny bis hin zur tätigen Mitwirkung der Supper-Gäste, welche sich bei Quizz und Artwork wieder einmal zu erstaunlicher Kreativität aufschwangen, zeugte alles von Hingabe und dem Wunsch, das Supper zu einem Erlebnis werden zu lassen, welches sich Robert Burns würdig erweist.

Nicht einmal die zu dieser Zeit in Uetze so umtriebigen witches and warlocks konnten dagegen etwas ausrichten. Aber an die haben wir uns ja nun schon so langsam gewöhnt und ehrlich, ohne sie würde etwas fehlen. So schwebte auch die Nanny aus Tam O’Shanter mit ihrem cutty sark und Megs Pferdeschwanz den ganzen Abend über im Raum und genoß es sichtlich, dass sie noch wie zu Tam O’Shanters  Zeiten ob ihrer Wildheit, … das Land in Angst und Bann zu halten vermag.

So klein sie auch sein mögen, die wee mouses, sie hatten es sich in allen Beiträgen so recht bequem gemacht, nicht nur in der auf deutsch und mit schottischem Background vorgetragenen „To A Mouse“ von Steffi und Helge. Auch aus dem Toast to the Lassies (Bernd) und the Lassies Reply von Birgit lugte sie so gar nicht ängstlich heraus. Letztlich nahm uns noch Marina Teichler auf eine Mäusesuche mit, welche sich im Rahmen unserer unermüdlichen Suche nach Lost Manuscripts abspielte.

Da es recht schwer nachvollziehbar ist, wie sich Robert Burns wohl mit Bits & Bytes herumgeschlagen hätte, wenn es denn zu seiner Zeit thematisiert worden wäre, brachte uns Pascal in dieser Vorstellungswelt mit seiner Immortal Memory ein deutliches Stück weiter. Immerhin ist uns bewusst geworden, dass der Computer künftig nicht mehr mit einem einzelnen Byte auskommt, um das Jubiläum von Rabbies Geburtstag in Jahren abzuspeichern.

Doch was wäre Robert Burns, was wäre Schottland ohne den aufweckenden und manchmal auch sehnsuchtsvollen Klang der Bagpipes? Dank Alex und Tom strömt deren Klang jedesmal auf uns über, reisst uns mit und hat die bescheidene Funktion des Rahmens längst verlassen, ist zu einem wesentlichen Teil des Porträts geworden. Beinahe wie auf einem Military Tattoo nahmen sie uns in Windeseile aus den schottischen Highlands mit auf einen Trip to Africa, voran der Sound von Bagpipes und Bongos. Doch, da sind die Clansmen mit mir wohl alle einer Meinung, eine solche Atmoshäre kann man nur schwer beschreiben, man muss dabei sein und sie hören …

Ein jedes Jahr setzt uns die Kreativität der Supper-Teilenhmer in schieres Erstaunen. Für die kreative Plattform sorgte wie immer Colin. Den Zweifel, ob es funktionieren wird, den haben wir längst abgelegt, dank der Cutty Sarks, der Twa Dogs und jetzt der Robert Burns Porträts. Es gab wieder so viel perfect artworks, dass es schwerfiel einen Sieger zu bestimmen. Der Siegerpreis, wie immer, der Themen-Whisky, diesmal …

„The Timorous Beastie“.